Näseln (Rhinophonie oder Rhinolalie) ist eine Stimm- und Sprechstörung, bei der die Nasenresonanz beim Sprechen krankhaft verändert ist. Sie betrifft vor allem den Stimmklang und die Artikulation. Man unterscheidet dabei zwischen offenem Näseln (zu viel Luft entweicht durch die Nase) und geschlossenem Näseln (zu wenig Luft entweicht durch die Nase).
Ursachen
- Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (LKG)
- Lähmungen oder Schwächen des Gaumensegels
- Vergrößerte Rachenmandeln (sogenannte „Polypen“)
- Gewebeveränderungen, Fehlbildungen oder Verletzungen im Mund-, Nasen- und Rachenraum
- Folgen von Operationen im Rachenraum (z. B. Mandelentfernung)
Die allgemeine Entwicklung und Intelligenz des Patienten ist durch das Näseln allein nicht eingeschränkt. Der Betroffene ist jedoch in seiner Verständlichkeit beeinträchtigt, da die Atemluft beim Sprechen nicht korrekt durch Mund oder Nase geleitet wird und bestimmte Laute dadurch klanglich verzerrt werden.
Therapie
Durch intensive, gezielte Sprach- und Stimmtherapie kann sich das Näseln deutlich bessern. Die Behandlung erfolgt auf Verordnung des Arztes (z. B. HNO-Arzt, Kinderarzt oder Kieferorthopäde) in der logopädischen Praxis, im Bedarfsfall auch zu Hause.
Für Eltern und Angehörige bedeutet die Diagnose (beispielsweise bei einer LKG-Spalte) oft eine große Herausforderung, bei deren Bewältigung therapiebegleitende Beratung durch die Logopädin sehr hilfreich sein kann.
Wann sollte eine logopädische Praxis aufgesucht werden?
Wenn ein Patient infolge einer angeborenen Fehlbildung, einer Operation oder einer neurologischen Erkrankung:
- Einen permanent „verschnupften“ Stimmklang hat, ohne erkältet zu sein
- Beim Sprechen hörbar zu viel Luft durch die Nase entweichen lässt
- Schwierigkeiten bei der deutlichen Aussprache von Konsonanten hat
- Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (LKG) aufweist und Begleitung beim Spracherwerb benötigt
- Nach einer Operation im Gaumen- oder Rachenbereich anhaltende Sprechauffälligkeiten zeigt