Redeflussstörungen werden allgemein in Stottern und Poltern untergliedert. Unter Stottern versteht man eine willensunabhängige, zeitweise auftretende Redeflussstörung, die oft situationsabhängig ist.
Stottern kann charakterisiert sein durch
- Angespanntes, stummes Verharren in einer Artikulationsstellung (tonisches Stottern)
- Wiederholungen von Lauten, Silben, Wörtern oder Satzteilen (klonisches Stottern)
- Dehnungen von Lauten
- Vermeidensreaktionen wie Wortvertauschungen oder Satzumstellungen
Nicht jede Sprechunflüssigkeit ist gleich Stottern. Kinder können in ihrer Sprachentwicklung Phasen durchlaufen (im Alter von 3–5 Jahren), in denen sie Wiederholungen produzieren. Meist vergeht dies innerhalb weniger Monate. Dauert es länger als 6 Monate, ist eine Abklärung ratsam.
Therapie bei Kindern (indirekte Methoden)
Bei kindlichem Stottern wird zunächst nicht am Sprechen direkt gearbeitet, sondern verstärkt am Fremd- und Selbstvertrauen, am Selbstbewusstsein und an der Entschluss- und Tatfreudigkeit. Die Sprechfreude und flüssige Sprechweise werden dabei indirekt gefördert.
Therapie bei Erwachsenen (direkte Methoden)
- Entspannungstechniken
- Atemtechniken
- Desensibilisierung (Abbau von Sprechängsten und offener Umgang mit dem Stottern)
- Identifikation der Stottersymptomatik
- Modifikation des Stotterns mit dem Ziel, die Kontrolle über das Sprechen zu behalten
- In-vivo-Übungen in realen Lebenssituationen